Südtiroler Speck kaufen: Top 10 Hersteller im Test (2026)
Wenn ich an Südtiroler Speck denke, rieche ich sofort die Räucherkammer meines Großvaters. Dieser unverwechselbare Duft von Buchenholz, Wacholder und den Kräutern der Alm – das ist kein Schinken. Das ist ein Stück Südtirol.
Aber Speck ist nicht gleich Speck. Zwischen dem, was im Supermarkt unter “Südtiroler Art” verkauft wird, und echtem Südtiroler Speck g.g.A. liegen Welten. Die Abkürzung steht für “geschützte geografische Angabe” – ein EU-Siegel, das garantiert: Dieser Speck wurde wirklich in Südtirol hergestellt, nach traditionellen Methoden.
In diesem Vergleich zeige ich dir die 10 besten Hersteller, bei denen du garantiert keinen Fehlkauf machst. Von familiengeführten Kleinbetrieben bis zu den großen Namen – jeder mit seinem eigenen Charakter.
Was echten Südtiroler Speck g.g.A. auszeichnet
Bevor wir zu den Herstellern kommen, lass mich kurz erklären, was echten Südtiroler Speck so besonders macht. Es sind vier Dinge:
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Die Herkunft: Nur Speck, der in Südtirol hergestellt wurde, darf das g.g.A.-Siegel tragen. Die Schweine können aus der EU stammen, aber die gesamte Verarbeitung muss in Südtirol stattfinden.
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Die Gewürzmischung: Salz, Pfeffer, Wacholder, Rosmarin, Lorbeer – jeder Hersteller hat seine eigene, oft geheime Rezeptur. Diese Würze macht den Unterschied.
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Das Räuchern: Südtiroler Speck wird kalt geräuchert, bei maximal 20°C. Meistens mit Buchenholz, manchmal mit Wacholder verfeinert. Das dauert mehrere Tage.
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Die Reifung: Mindestens 22 Wochen muss echter g.g.A.-Speck reifen. In dieser Zeit entwickelt er seinen charakteristischen Geschmack. Premium-Varianten reifen sogar 12 bis 18 Monate.
“Beim Speck schmeckt man die Berge.” – Karl Dissertori, Metzgermeister
Der Clou beim Südtiroler Speck: Er wird sowohl geräuchert als auch luftgetrocknet. Das ist weltweit einzigartig und gibt ihm diese besondere Textur – außen fest, innen zart-schmelzend.
Die 10 besten Speck-Hersteller Südtirols
Jetzt aber zu den Herstellern. Ich habe sie nach Geschmack, Qualität, Tradition und Preis-Leistung bewertet.
1. Recla — Der Allrounder ⭐⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1961 | Standort: Schlanders, Vinschgau | Bewertung: 4.8/5
Recla ist der größte Speckproduzent Südtirols – und trotzdem schmeckt ihr Speck nicht nach Massenware. Das ist die Kunst: Das Familienunternehmen hat es geschafft, Tradition und Volumen zu verbinden.
Geschmacksprofil: Ausgewogen, mild geräuchert, nussig mit leicht süßlichen Untertönen.
Der Recla-Speck zeichnet sich durch eine besonders ausgewogene Würzung aus. Die Rauchnote ist präsent, aber nie dominant. Was mich persönlich überzeugt: die nussigen Untertöne, die sich nach ein paar Sekunden am Gaumen entfalten.
Pros:
- Konstant hohe Qualität
- Gute Verfügbarkeit
- Fairer Preis
- Mehrfach ausgezeichnet (DLG Gold 2025)
Cons:
- Weniger “handwerklich” als kleine Betriebe
Für wen? Für alle, die einen verlässlichen, vielseitigen Speck suchen. Perfekt für die Brettljause, aber auch zum Kochen.
2. Moser — Der Würzige ⭐⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1974 | Standort: Naturns | Bewertung: 4.7/5
Moser ist ein echter Familienbetrieb in zweiter Generation. Was sie auszeichnet: eine eigene, intensivere Gewürzmischung, die man sofort erkennt.
Geschmacksprofil: Intensiv würzig, kräftige Rauchnote, pfeffrige Schärfe.
Hier schmeckt man die Handschrift des Metzgers. Der Moser-Speck ist nichts für zarte Gaumen – aber genau richtig für alle, die einen charaktervollen Speck wollen.
Pros:
- Unverwechselbarer Geschmack
- Echter Familienbetrieb
- Traditionelle Herstellung
Cons:
- Nicht überall erhältlich
- Intensiver Geschmack nicht für jeden
Für wen? Für Liebhaber, die einen Speck mit Charakter suchen.
3. Senfter — Der Traditionalist ⭐⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1858 | Standort: Innichen, Pustertal | Bewertung: 4.6/5
Senfter ist der älteste Speckhersteller Südtirols. Seit über 165 Jahren wird hier Speck gemacht – und das schmeckt man.
Geschmacksprofil: Klassisch, traditionell, mild-harmonisch mit dezenter Süße.
Wenn es einen “Original”-Geschmack gibt, dann ist es dieser. Senfter macht Speck so, wie es schon immer gemacht wurde. Keine Experimente, keine Überraschungen – aber perfekt ausbalanciert.
Pros:
- Über 165 Jahre Tradition
- Klassischer Referenz-Geschmack
- Premium-Qualität
Cons:
- Premium-Preis
Für wen? Für Puristen und alle, die den klassischen Südtiroler Speck erleben wollen.
4. Handl Tyrol — Der Praktische ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1902 | Standort: Pians, Tirol | Bewertung: 4.5/5
Streng genommen kein Südtiroler, aber ein würdiger Vertreter der alpinen Specktradition. Handl Tyrol ist bekannt für gute Qualität zu fairem Preis.
Geschmacksprofil: Mild, ausgewogen, leichte Süße, sanfte Rauchnote.
Der Einstiegsspeck für Genießer, die nicht gleich in die Premium-Kategorie einsteigen wollen. Qualität stimmt, Geschmack ist rund.
Pros:
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Überall erhältlich
- Konsistente Qualität
Cons:
- Kein g.g.A.-Siegel (Tirol, nicht Südtirol)
- Weniger komplex im Geschmack
Für wen? Für den täglichen Genuss ohne Premium-Budget.
5. Kofler Delikatessen — Der Feinschmecker ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1930 | Standort: Lana | Bewertung: 4.5/5
Kofler ist ein kleiner, feiner Betrieb, der vor allem in der Feinkost-Szene bekannt ist. Hier wird noch viel von Hand gemacht.
Geschmacksprofil: Fein-aromatisch, komplexe Kräuternoten, elegante Rauchnote.
Der Speck für besondere Anlässe. Kofler zeigt, dass Speck auch filigran und elegant sein kann.
Pros:
- Handwerkliche Qualität
- Komplexes Aromaprofil
- Für Feinschmecker
Cons:
- Schwer zu bekommen
- Höherer Preis
Für wen? Für Feinschmecker und besondere Anlässe.
6. Galloni — Der Milde ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1890 | Standort: Meran | Bewertung: 4.4/5
Galloni macht Speck für alle, die es mild mögen. Weniger Rauch, weniger Schärfe, mehr Zartheit.
Geschmacksprofil: Sehr mild, wenig Rauch, buttrige Textur.
Wer bei anderem Speck “zu intensiv” denkt, findet hier sein Goldilocks-Produkt.
7. Pfitscher — Der Naturnahe ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1960 | Standort: Burgstall | Bewertung: 4.4/5
Pfitscher setzt auf natürliche Zutaten und nachhaltige Produktion. Bio-Optionen verfügbar.
Geschmacksprofil: Kräuterbetont, frisch-alpin, mittlere Rauchnote.
Hier schmeckt man die Südtiroler Almen – kräuterig, frisch, authentisch.
8. Siebenförcher — Der Geheimtipp ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1982 | Standort: St. Martin in Passeier | Bewertung: 4.3/5
Ein kleiner Familienbetrieb, der noch wie früher produziert. Echter Insider-Tipp.
Geschmacksprofil: Rustikal, kräftig, lange Reifung schmeckbar.
9. Schmid — Der Robuste ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1975 | Standort: Villnöss | Bewertung: 4.2/5
Schmid macht Speck für die traditionelle Südtiroler Küche – deftig und ehrlich.
Geschmacksprofil: Deftig, rauchig, rustikale Würze.
10. Bernardi — Der Newcomer ⭐⭐⭐⭐
Gründung: 1995 | Standort: Brixen | Bewertung: 4.2/5
Relativ jung, aber mit frischen Ideen und solider Handwerksqualität.
Geschmacksprofil: Modern-klassisch, ausgewogen, zugänglich.
Kaufberatung: Worauf du achten solltest
Bevor du Südtiroler Speck kaufst, hier meine wichtigsten Tipps:
Das g.g.A.-Siegel ist Pflicht
Achte immer auf das g.g.A.-Siegel. “Südtiroler Art” oder “nach Südtiroler Rezept” bedeutet gar nichts – das kann überall hergestellt sein. Nur das offizielle Siegel garantiert echten Südtiroler Speck.
Geschnitten oder am Stück?
- Am Stück: Besser für die Lagerung (bis 6 Wochen im Kühlschrank), du kannst die Scheibendicke selbst bestimmen
- Geschnitten: Praktischer, aber schneller austrocknen (innerhalb von 1 Woche verbrauchen)
Die richtige Lagerung
Speck mag es kühl, aber nicht zu kalt. 4-8°C sind ideal – also der Kühlschrank. Am Stück in ein Küchentuch wickeln, nicht in Plastik ersticken lassen.
Preis als Qualitätsindikator
Guter Südtiroler Speck kostet zwischen 30-45€ pro Kilo. Alles darunter sollte dich stutzig machen. Premium-Produkte mit extra langer Reifung können auch 55-65€ kosten.
Häufige Fragen zu Südtiroler Speck
Was ist der Unterschied zwischen Südtiroler Speck und Schwarzwälder Schinken?
Der größte Unterschied: Südtiroler Speck wird sowohl geräuchert als auch luftgetrocknet. Schwarzwälder Schinken wird nur geräuchert. Das gibt dem Südtiroler Speck seine einzigartige Textur – außen fest, innen zart.
Wie lange reift Südtiroler Speck?
Mindestens 22 Wochen – das sind gut fünf Monate. In dieser Zeit entwickelt er seinen charakteristischen Geschmack. Premium-Varianten reifen sogar 12 bis 18 Monate.
Kann ich Südtiroler Speck einfrieren?
Ja, aber es leidet die Textur. Wenn, dann maximal 2-3 Monate und luftdicht verpackt. Besser: Nur so viel kaufen, wie du in 4-6 Wochen verbrauchst.
Ist Südtiroler Speck roh?
Ja und nein. Durch Pökeln, Räuchern und Reifen ist er konserviert und sicher essbar, obwohl er nicht erhitzt wurde. Ähnlich wie Prosciutto oder Serrano.
Fazit: Welcher Speck ist der beste?
Mein persönlicher Favorit? Schwer zu sagen, weil es auf den Anlass ankommt:
- Für jeden Tag: Recla oder Handl Tyrol – verlässlich, lecker, bezahlbar
- Für Genießer: Moser oder Kofler – mehr Charakter, mehr Tiefe
- Für Traditionalisten: Senfter – der Klassiker schlechthin
Eines ist aber sicher: Mit jedem der hier vorgestellten Hersteller machst du keinen Fehlkauf. Sie alle stehen für echte Südtiroler Qualität – und das schmeckt man.
Guten Appetit, oder wie wir in Südtirol sagen: Guat’n Apetit! 🥓
Zuletzt aktualisiert: Februar 2026
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specktastisch Redaktion
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