Spinat-Speck-Strudel aus Südtirol — Der herzhafte Klassiker
Spinat-Speck-Strudel wie in Südtirol! ✓ Knuspriger Strudelteig ✓ Cremige Spinat-Ricotta-Füllung ✓ Würziger Speck ✓ Perfekt als Hauptgericht oder Beilage
Zubereitung
In Südtirol trifft österreichische Backtradition auf italienische Zutaten — und das Ergebnis ist der Spinat-Speck-Strudel. Ein Gericht, das aussieht wie ein Sonntagsessen, aber auch an einem Dienstagabend machbar ist. Knuspriger Teig, cremige Füllung, würziger Speck. Was will man mehr?
Anders als der süße Apfelstrudel ist dieser herzhafte Verwandte das ganze Jahr über beliebt — besonders aber im Frühling, wenn der erste frische Spinat auf den Märkten auftaucht. Die Kombination aus dem leicht bitteren Spinat, dem salzigen Feta, dem cremigen Ricotta und dem rauchigen Südtiroler Speck ist einfach unschlagbar.
Warum Strudel und nicht Knödel?
Keine Sorge, wir lieben Spinatknödel genauso. Aber manchmal will man etwas anderes. Der Strudel hat ein paar Vorteile:
- Knusprige Textur: Der hauchdünne Teig wird im Ofen goldbraun und splittert beim Anschneiden — ein Genuss für alle Sinne
- Einfacher portionierbar: Schneid ihn in Scheiben, fertig. Perfekt für Buffets oder wenn Gäste kommen
- Hält warm: Im Gegensatz zu Knödeln bleibt der Strudel im Ofen warm, ohne auszutrocknen
- Vorbereitung möglich: Du kannst ihn am Vorabend vorbereiten und am nächsten Tag backen
Der Südtiroler Speck bringt hier genau den richtigen Kick — rauchig, würzig, salzig. Er macht aus einer einfachen Spinat-Käse-Füllung etwas Besonderes.
Die Zutaten — Qualität macht den Unterschied
Für 1 großen Strudel (ca. 6 Portionen):
Für die Füllung
| Zutat | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Frischer Blattspinat | 400 g | Oder 200 g TK-Spinat |
| Südtiroler Speck | 150 g | Am Stück, selbst gewürfelt |
| Ricotta | 250 g | Gut abgetropft |
| Feta | 100 g | Zerbröselt |
| Parmesan | 50 g | Frisch gerieben |
| Zwiebel | 1 mittelgroße | Fein gewürfelt |
| Knoblauch | 2 Zehen | Fein gehackt |
| Eier | 2 große | Zimmerwarm |
| Muskatnuss | 1 Prise | Frisch gerieben |
| Salz, Pfeffer | Nach Geschmack | |
| Pinienkerne | 2 EL | Optional, geröstet |
Für den Teig
| Zutat | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Strudelteig | 6 Blätter | Oder Filoteig |
| Butter | 60 g | Geschmolzen |
Zum Servieren
- Sauerrahm oder Crème fraîche
- Frisch gemahlener Pfeffer
- Optional: Ein paar Tropfen Kürbiskernöl
Der richtige Teig
Strudelteig oder Filoteig? Für den herzhaften Strudel sind beide geeignet. Der Unterschied:
- Strudelteig: Traditionell, etwas dicker, kann man auch selbst machen (dauert aber ewig)
- Filoteig: Dünner, knuspriger, im Supermarkt erhältlich
Meine Empfehlung: Nimm Filoteig aus dem Kühlregal. Er ist einfacher zu verarbeiten und wird wunderbar knusprig. Selbst gemachter Strudelteig ist eine Kunst für sich — und dieser Artikel soll ja auch am Dienstagabend machbar sein.
Wichtig: Filoteig trocknet schnell aus. Decke die ungenutzten Blätter immer mit einem feuchten Küchentuch ab.
Der Speck — Die würzige Seele
Verwende echten Südtiroler Speck g.g.A. — am besten am Stück kaufen und selbst in kleine Würfel schneiden. Vorgeschnittener Speck wird beim Anbraten oft zu trocken.
Schinkenspeck oder Bauchspeck? Für dieses Rezept funktionieren beide:
- Schinkenspeck: Magerer, intensiverer Speckgeschmack
- Bauchspeck: Fettiger, wird knuspriger, milderes Aroma
Ich bevorzuge hier den Schinkenspeck — sein kräftiges Aroma passt perfekt zum milden Spinat und dem cremigen Ricotta.
Schritt für Schritt: Der perfekte Strudel
Schritt 1: Spinat vorbereiten (10 Minuten)
Für frischen Spinat:
- Spinat gründlich waschen (ja, wirklich gründlich — Sand ist der Feind!)
- In einem großen Topf mit nur dem anhaftenden Wasser zusammenfallen lassen (2-3 Minuten)
- In ein Sieb geben und kalt abschrecken
- Richtig gut ausdrücken — das ist der wichtigste Schritt! Wickle den Spinat in ein sauberes Küchentuch und drücke so viel Wasser raus wie möglich
- Grob hacken
Für TK-Spinat:
- Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen
- In einem Sieb abtropfen lassen
- Genauso ausdrücken wie oben
- Bereits gehackt? Umso besser.
Schritt 2: Speck anbraten (5 Minuten)
- Den Speck in kleine Würfel schneiden (ca. 5mm)
- In einer Pfanne ohne zusätzliches Fett bei mittlerer Hitze anbraten
- 3-4 Minuten, bis er goldbraun und leicht knusprig ist
- Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen
- Das Speckfett in der Pfanne lassen!
Schritt 3: Zwiebeln und Knoblauch (3 Minuten)
- Im Speckfett die Zwiebelwürfel anschwitzen (2-3 Minuten, bis glasig)
- Knoblauch dazugeben, 30 Sekunden mitbraten
- Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen
Schritt 4: Füllung mischen (5 Minuten)
In einer großen Schüssel:
- Ausgedrückten Spinat hinzufügen
- Ricotta, Feta und Parmesan dazugeben
- Zwiebel-Knoblauch-Mischung unterrühren
- 2/3 des angebratenen Specks unterheben (Rest fürs Topping)
- Eier verquirlen und untermischen
- Mit Salz, Pfeffer und reichlich frisch geriebener Muskatnuss würzen
- Optional: Geröstete Pinienkerne unterheben
Testen: Nimm einen Teelöffel Füllung und brate ihn kurz an. Schmeckt die Würzung? Jetzt kannst du noch nachbessern.
Schritt 5: Strudel formen (10 Minuten)
- Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen
- Ein Backblech mit Backpapier auslegen
- Ein sauberes Küchentuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten
- Erstes Filoteigblatt auflegen, dünn mit geschmolzener Butter bestreichen
- Zweites Blatt darauf, wieder Butter
- So fortfahren, bis alle 6 Blätter aufeinander liegen
- Die Füllung auf dem unteren Drittel der langen Seite verteilen (Rand von ca. 3 cm frei lassen)
- Die Seiten nach innen klappen
- Von unten nach oben aufrollen — das Küchentuch hilft beim Rollen
- Mit der Naht nach unten aufs Backblech legen
- Oberseite großzügig mit Butter bestreichen
- Mit einer Gabel oder einem Messer 4-5 kleine Einschnitte in die Oberfläche machen (Dampf muss entweichen)
Schritt 6: Backen (30-35 Minuten)
- In der Ofenmitte backen
- Nach 20 Minuten prüfen: Wenn die Oberfläche zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken
- Fertig, wenn der Teig goldbraun und knusprig ist
- 5 Minuten ruhen lassen vor dem Anschneiden
Das perfekte Servieren
Den Strudel in ca. 3-4 cm dicke Scheiben schneiden. Auf einem Teller anrichten mit:
- Einem großzügigen Klecks Sauerrahm oder Crème fraîche
- Den restlichen knusprigen Speckwürfeln darüber gestreut
- Frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer
- Optional: Ein paar Tropfen steirisches Kürbiskernöl
Dazu passt ein knackiger Salat — zum Beispiel unser Feldsalat mit warmem Speck und pochiertem Ei, diesmal aber ohne den Speck im Dressing (ist ja schon im Strudel).
Variationen für jeden Geschmack
Die vegetarische Version
Einfach den Speck weglassen. Die Füllung funktioniert auch so — aber dann:
- 2 EL mehr Parmesan für Umami
- Optional: 1 EL Miso-Paste in die Füllung für Tiefe
- Geröstete Pinienkerne sind dann Pflicht, nicht optional
Mit Lachs statt Speck
Für eine feinere Variante:
- 150 g Räucherlachs statt Speck
- Lachs nicht anbraten, sondern roh in die Füllung geben
- Dill statt Muskatnuss
- Zitronenabrieb dazu
Der Mini-Strudel fürs Buffet
Statt einem großen Strudel:
- Teigblätter halbieren
- Kleine Strudel-Päckchen formen
- Backzeit auf 20-25 Minuten reduzieren
- Perfekt als Fingerfood!
Die häufigsten Fehler (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Matschiger Boden
Ursache: Spinat nicht gut genug ausgedrückt. Lösung: Wirklich RICHTIG ausdrücken. Es darf kein Wasser mehr rauskommen. Im Zweifel den Spinat in einem Küchentuch auswringen.
Fehler 2: Aufgeplatzer Strudel
Ursache: Keine Einschnitte gemacht oder Füllung zu nah am Rand. Lösung: Immer 3-4 cm Rand lassen und kleine Dampflöcher einschneiden.
Fehler 3: Labbriger Teig
Ursache: Nicht genug Butter zwischen den Schichten. Lösung: Jedes Blatt großzügig einpinseln. Die Butter macht den Teig knusprig.
Fehler 4: Langweilige Füllung
Ursache: Zu wenig gewürzt. Lösung: Muskatnuss nicht vergessen! Und die Probe-Pfanne machen — lieber vor dem Füllen nachwürzen als hinterher enttäuscht sein.
Vorbereiten & Aufwärmen
Am Vortag vorbereiten
Du kannst den Strudel komplett vorbereiten und unbagebacken im Kühlschrank lagern:
- Strudel formen, auf das Blech legen
- Mit Frischhaltefolie abdecken
- Über Nacht im Kühlschrank
- Am nächsten Tag: Folie ab, Butter drauf, ab in den Ofen
- Backzeit eventuell 5 Minuten verlängern (da kalt)
Aufwärmen
Gebackener Strudel lässt sich aufwärmen:
- Scheiben auf ein Backblech legen
- Bei 180°C für 10-12 Minuten aufbacken
- Der Teig wird wieder knusprig!
In der Mikrowelle? Lieber nicht. Der Teig wird labbrig.
Was dazu trinken?
Wein
- Südtiroler Weißburgunder: Elegant, passt perfekt zu Spinat und Ricotta
- Grüner Veltliner: Pfeffrig-frisch, schneidet durch die Cremigkeit
- Vernatsch: Wenn du lieber Rotwein magst — leicht, fruchtig, nicht zu schwer
Mehr zum perfekten Wein zu Speck.
Bier
Ein helles, nicht zu hopfiges Bier:
- Forst Kronen aus Südtirol
- Ein klassisches Helles
- Oder ein Weißbier
Mehr zu Speck und Bier.
Häufige Fragen
Kann ich auch Blätterteig nehmen?
Kannst du, aber es ist dann kein Strudel mehr — eher eine Spinat-Speck-Pastete. Schmeckt auch gut, ist aber schwerer und butteriger. Filoteig bleibt meine Empfehlung.
Wie lange hält der Strudel?
- Frisch: Am besten sofort essen
- Im Kühlschrank: 2-3 Tage (dann aufbacken)
- Einfrieren: Funktioniert, aber der Teig verliert etwas Knusprigkeit. Besser den rohen Strudel einfrieren und dann direkt aus dem Tiefkühler backen (+10 Min Backzeit)
Kann ich anderen Käse verwenden?
Klar! Statt Feta funktioniert auch:
- Ziegenkäse (noch cremiger)
- Gorgonzola (intensiver, weniger nehmen)
- Nur Ricotta + mehr Parmesan (milder)
Die Kombination Ricotta + Feta ist aber mein Favorit — der Feta bringt die Salzigkeit, der Ricotta die Cremigkeit.
Muss ich Filoteig nehmen?
Wenn du ambitioniert bist: Strudelteig selbst machen ist natürlich das Original. Du brauchst:
- 250 g Mehl, 1 Ei, 125 ml lauwarmes Wasser, 2 EL Öl, Salz
- 30 Minuten Ruhezeit
- Viel Geduld beim Ausziehen
Aber ehrlich? Der Fertig-Filoteig ist absolut akzeptabel und spart dir eine Stunde.
Fazit: Knusprig, cremig, würzig
Der Spinat-Speck-Strudel ist genau das, was Südtiroler Küche ausmacht: Einfache Zutaten, mit Liebe kombiniert, und ein Ergebnis, das nach mehr schmeckt als die Summe seiner Teile.
Er ist:
- Perfekt für Gäste (sieht beeindruckend aus)
- Meal-Prep-freundlich (am Vortag vorbereiten)
- Wandelbar (vegetarisch, mit Lachs, als Fingerfood)
- Saisonal passend (Frühling = Spinatzeit!)
Und das Beste: Wenn du am Anschneiden bist und der goldbraune Teig knusprig splittert und der Dampf der cremigen Spinat-Käse-Füllung aufsteigt — dann weißt du, dass sich die Mühe gelohnt hat.
Guten Appetit — und einen genussvollen Frühling! 🌿
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Zuletzt aktualisiert: April 2026